Vorsicht vor der U-Wert Falle!

Oft ist der U-Wert das einzige Entscheidungskriterium bei der Auswahl einer Dachbodentreppe. Doch schon beim Vergleich der Dämmwerte von Spitzbodentreppen ist Vorsicht geboten, denn es werden sehr unterschiedliche U-Werte angegeben:

  • U-Wert ohne jegliche weitere Angaben, keinerlei Nachweis:
    Findet sich oft bei Billigtreppen. Hier wird an der falschen Stelle gespart.

  • U-Wert mit Zusatz "hestellerberechnet"/"berechnet":
    Dies ist zulässig, lässt thermische Schwachstellen jedoch teilweise aus.

  • U-Wert mit Zusatz "bauteilgeprüft":
    Gilt für die gesamte Bodentreppe, Nachweis durch Prüfzeugnis eines unabhängigen Instituts.

Der bauteilgeprüfte U-Wert ist die ehrlichste Angabe. Die Bodentreppe wird dabei tatsächlich in einen Versuchsstand in einem Prüfinstitut eingebaut. In Anlehnung an die DIN EN ISO 12567 (Heizkastenverfahren) wird über einen Zeitraum von 14 Tagen mit +21°C auf der Unterseite der Bodentreppe und +1°C auf der Oberseite die echte Einbausituation (warmer Wohnraum / kalter Dachraum) nachgestellt. Aus der gemessenen Wärmestromdichte ergibt sich dann der "mittlere Wärmedurchgangskoeffizient" (= U-Wert), der die Wärmemenge angibt, die durch 1 m2 eines Bauteils bei einem Temperaturunterschied von 1° K hindurchgeht.

Bestehen Sie immer auf dem Nachweis für den angegebenen U-Wert. Das Prüfzeugnis aus dem Heizkastenverfahren eines unabhängigen Instituts gibt Ihnen die Sicherheit, dass sich der U-Wert auf die gesamte Bodentreppe bezieht und geprüft wurde.

Moderne Bodentreppen können mehr als nur U-Wert:

Dämmung und Dichtung. Luftdichter Deckenanschluss. Klimastabil. Schadstoffarm.

Die beste Dämmung bleibt wirkungslos, wenn Luft durch Fugen entweicht. Ist die Bodentreppe undicht (zwischen Deckel und Futterkasten) oder nicht dicht eingabaut (Einbaufuge zwischen Futterkasten und Decke), dann verschlechtert sich die Dämmwirkung um das 9-fache! Mit Klasse 4 (DIN EN 12207) sind die Bodentreppen so dicht wie Fenster und das serienmäßige Deckenanschluss-System ist mit einem a-Wert 0,01 sogar 10x besser als von der für Anschlussfugen (DIN 4108) gefordert.

Im Differenzklima (unten warmfeuchte Wohnraumluft, oben kalter Dachraum) sind Lukentreppen in obersten Geschossdecken starken Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt. Da darf sich nichts verziehen. Die geprüfte Klimastabilität Klasse 3 (DIN EN 12219) übertrifft die Anforderungen für Kellerabgangs- und Wohnungsabschlusstüren.

Häufig befindet sich der Zugang zum Spitzboden im Flur zwischen Schlafzimmer und Kinderzimmer. Deshalb sollte auch bei Dachbodentreppen die Schadstoffbelastung geprüft sein. Wohngesunde Bodentreppen unterschreiten deutlich die Grenzwerte des Sentinel Haus Instituts (SHI).